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Botschaft ohne Publikum

Ein Konzert vor (fast) leeren Rängen, ein Fußballspiel ohne Zuschauer oder ein Vortrag (nahezu) ohne Publikum gehören eher ins Kuriositätenkabinett als ins Tagesgeschäft. Das Prinzip von Sender und Empfänger ist massiv gestört, wenn die Botschaft ohne einen (oder mehrere) Adressaten auskommen muss. Das gilt natürlich auch für jeden Autor, der seine Botschaften in fein formulierte Inhalte gießt und auf allen möglichen Kanälen veröffentlicht. Wenn die Empfänger ausbleiben, geht seine Botschaft baden. Was tun?

Zugegeben, die Zeiten für gute Botschaften und der daraus resultierenden dankbaren Abnehmerschaft sind wohl schwieriger geworden. Dazu sind die Faktoren, die auf das Sender-Empfänger-Modell einwirken, zu mannigfaltig und schnelllebig. Ein bekannter Sender ist sicher ein Garant für eine große Empfängerschar, wie unlängst Jennifer Aniston mit ihrem ersten Foto auf Instagram bewiesen hat. Da spielt auch die Botschaft eine eher untergeordnete Rolle. Das Gros der mitteilungswilligen Bevölkerung hat allerdings keine Hollywood-Reputation als Brandbeschleuniger, sondern muss sich anders einen Namen machen, um wahrgenommen zu werden.

Ein großes Netzwerk schaffen

Die Grundlage ist ein ausreichend großes Netzwerk an Kontakten ersten Grades, die mit den Inhalten und Botschaften zuerst angesprochen werden und als Multiplikatoren dienen. Das gilt für soziale Medien genauso wie für die analoge Welt. Ein entsprechend aufgebautes und gepflegtes Netzwerk ist die erste Hürde, die es zu nehmen gilt. Ich habe dazu lernen müssen, dass ein Netzwerk in den sozialen Medien nichts mit persönlichem Kennen zu tun hat, sondern vielmehr mit gemeinsamen Interessen, Vorlieben und Zielen.

Mit hoher Frequenz veröffentlichen

Die zweite Voraussetzung ist die Frequenz, mit der die Zielgruppe angesprochen und mit Botschaften versorgt wird. Eine einmalige Aussendung eines Beitrags, Artikels oder Posts gleicht bei dem üppigen Informationsangebot eher einer Eintagsfliege, eine elektronische Verbreitung kann und sollte daher mehrfach erfolgen. Damit wird die Anzeige im Newsfeed der Empfänger zumindest wahrscheinlicher. Simples Kopieren der Posts sollte dennoch vermieden werden.

Auf die richtigen Kanäle setzen

Auch sollten die Kanäle für Inhalte aller Art richtig gewählt werden. Aber: Jeder Kanal muss auch gepflegt werden, was in erster Linie den Aufbau eines Netzwerks innerhalb des Kanals betrifft. In letzter Zeit wurden in meinem Umfeld Stimmen laut, dass einem bestimmten digitalen Kanal der Vorzug zu geben ist, weil dort die Zukunft läge. Ich sehe das differenzierter und in Abhängigkeit der Zielgruppe.

Gleichgesinnte finden

Innerhalb eines Kanals sollten Gleichgesinnte gesucht werden, die, obwohl nicht Teil des eigenen Netzwerks, ebenfalls zum Adressatenkreis der Botschaften gehören. Das Posten in (Fach-)Gruppen garantiert mehr Reichweite und mehr Öffentlichkeit.

Es ist nicht in erster Linie der Inhalt, der potenzielle Leser anlockt. Es sind die o.g. Rahmenbedingungen, die dafür sorgen, dass keine Inhalte für den Papierkorb produziert werden, sondern auf eine wohlwollende Leserschaft treffen. Die Währung, in der „bezahlt“ wird, sind Kommentare, Likes & Co. und/oder das Teilen der Botschaft mit anderen. Um ordentlich „bezahlt“ zu werden, sind Geduld und Spucke nötig. Oder wie mein Umfeld postuliert: Einfach tun.

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