Kolumne | Expertentipp ZT Zahntechnik | Digitaler Vertrieb für Dentallabore

Kolumne: Webmeeting statt Präsenzveranstaltung?

Ein Blick in die Veranstaltungslisten meiner dentalen Kunden war in den letzten Monaten eher ernüchternd. Nahezu gähnende Leere in Sachen Präsenzveranstaltungen, keine Helferinnen-Seminare, keine Weiterbildungsveranstaltungen für Zahnärzte usw. Dabei sind Veranstaltungen als vertriebliches Element, um Bestandskunden zu betreuen und potenzielle Kunden aufmerksam zu machen, wichtig und richtig. Die Unsicherheiten der Corona-Entwicklung lassen viele Labors eher zur Vorsicht und damit zum Verzicht auf Veranstaltungen tendieren. Dabei entstehen Lücken in der vertrieblichen Planung, die gestopft werden sollten. Warum nicht mit digitalen Veranstaltungen, bei denen die Teilnehmer im sicheren Umfeld bleiben und trotzdem an der Veranstaltung partizipieren können?

Selbstversuch

Schon vor Corona waren klassische Videokonferenzlösungen oder Meeting Solutions en vogue. Für jeden Webmeeting-Zweck das richtige Tool. Die Voraussetzungen sind dank IP-basierter Netze nahezu überall gegeben, ein PC mit Mikrophon und Kamera, Tablet oder Smartphone sollte auch nicht das Problem sein. Warum also nicht einen Referenten einladen, vor Mikrophon und Kamera setzen und Menschen weiterbilden, die im sicheren Umfeld ihres Arbeitsplatzes oder von zuhause teilnehmen? Tatsächlich haben wir diesen Versuch in den zurückliegenden Monaten laborseitig einige Male unternommen und erstaunt festgestellt, dass die Resonanz auf eine Veranstaltung als Webmeeting eher bescheiden war. Obwohl das Thema im Präsenzmodus als Dauerbrenner gilt, waren deutlich weniger Praxen vor den PC, das Tablet oder Handy zu locken. Klar kann außer dem Thema auch der Zeitpunkt der Veranstaltung eine Rolle spielen. Aber auch hier haben wir vorgebaut und das Webmeeting in unterschiedlichen Monaten angeboten. Das Ergebnis war in jedem Fall dasselbe: Kaum Resonanz. Woran liegt das?

Keine Lust auf Webmeetings

Wenn Thema und Zeitpunkt als Showstopper ausgeklammert werden können, der Referent über eine entsprechende Vita verfügt und als Fachmann für das Thema gilt, dann kann es nur noch an der Veranstaltungsform selbst liegen. Was bleibt sind fehlende Möglichkeiten zum Networking der Teilnehmer und der zwischenmenschliche Kontakt zu Gleichgesinnten. Diese Aspekte finden vor allen in den Pausen einer Präsenzveranstaltung Berücksichtigung, im Webmeeting werden sie fast gar nicht unterstützt. Auch die Abwechslung vom beruflichen Alltag mag eine Rolle spielen, vor wenn Webmeetings in den Praxisräumen stattfinden und nicht in ausgesuchten Locations mit 1a Catering. Auch mögliche Ablenkungen im Webmeeting, etc. sollten nicht außer Acht gelassen werden.

Und es geht doch…

Es sind also eher softe Faktoren, die gegen ein Webmeeting als lohnenswerte Veranstaltungsform sprechen. Dabei können günstige Rahmenbedingungen auch im virtuellen Raum geschaffen werden, z.B. durch Pausen in Breakout-Räumen und moderationserfahrene Referenten. Und wenn das Labor pfiffig ist, dann schickt sie vor Veranstaltungsbeginn Snack-Boxen in die Praxen. Damit wäre ein weiterer Wohlfühlfaktor geschaffen. Einfach weiter probieren. Veränderungen brauchen Zeit.

Die Kolumne „Digitaler Vertrieb für Dentallabore“ erscheint regelmäßig in der Zahntechnik Zeitung im Wirtschaftsteil. „Webmeeting statt Präsenzveranstaltung?“ wurde in der Ausgabe Oktober 2021 auf Seite 8 veröffentlicht.

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