Robuste Führung

Robuste Führung

Vor ein paar Tagen klingelte bei mir das Telefon. Eine langjährige Kundin und Unternehmerin rief an, um mit mir über die jüngsten Entwicklungen in ihrem Unternehmen zu sprechen. Dreh- und Angelpunkt des Gesprächs war der Produktionsleiter, dessen Führungsleistung seit Wochen deutlich sinke. Im letzten Gespräch zwischen den beiden war von „ausgebrannt sein“ und „kündigen“ die Rede. Interessanterweise kommen solche und ähnlich einschneidende Gespräche in meinem beruflichen Alltag in letzter Zeit häufiger vor. Woran das liegt? Ganz konkret summieren sich z.B. in der Dentalbranche die akuten Handlungsfelder für Führungskräfte seit ein paar Jahren. Wir sehen uns mit einem bedrohlichen Fachkräftemangel konfrontiert, die Digitalisierung stellt die handwerklich geprägte Arbeitswelt auf den Kopf, der Wettbewerb im In- und Ausland wird stärker, die Lohnkosten steigen schneller als die Preisentwicklung für Produkte und Leistungen, ständig neue Materialien und Fertigungsmethoden drängen in den Markt, usw. Was gestern Bestand hatte, kann morgen schon Schnee von gestern sein. Willkommen in der VUCA (Volatility, Uncertainty, Complexity und Ambiguity) Welt. Kein Wunder also, dass der schnelle und permanente Wandel seine Opfer fordert. Robuste Führung ist die Antwort!

Mensch und Organisation in einer VUCA Welt

Es ist nicht davon auszugehen, dass Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Mehrdeutigkeit morgen verschwinden werden und sich Unternehmen und Führungskräfte wohl dauerhaft darauf einstellen müssen. Richtig gelesen. Mensch und Organisation müssen sich einstellen. Ein Burnout, wie eingangs beschrieben, ist sicher das Letzte, was eine Führungskraft erleiden sollte. Und Unternehmen müssen Rahmenbedingen schaffen, die die Geschwindigkeit des Wandels aufnehmen und ihre Führungskräfte nicht überfordern.

Robuste Führung innen und außen

Aber bleiben wir mal beim Faktor Mensch und bringen den mal in Einklang mit robuster Führung. Was ist robuste Führung?

Zunächst einmal richtet sich robuste Führung nach innen. Wie gut kenne ich mich selbst (in meiner Führungsrolle)? Was macht eine VUCA Welt mit mir (als Führungskraft)? Wie gehe ich (deshalb) mit mir selbst um?

Anschließend richtet sich robuste Führung nach außen. Wie interagiere ich mit meinen Mitarbeitern und Kunden? Die „innere“ Führung bestimmt dabei die Art und Weise der Interaktion. Das Prinzip von Ursache und Wirkung. Ich könnte an dieser Stelle schließen und hätte gefühlte zwei Drittel einer führungskompetenten Persönlichkeit mit den Kompetenzfeldern Selbst- und Sozialkompetenz abgedeckt.

Zu 100% Führungskompetenz gehören noch Methodenkompetenz, also die Wahl zweckmäßiger Verfahren, Methoden und Tools zur Aufgabenbewältigung, und Fachkompetenz, die bei der Lösung fachbezogener Aufgaben notwendig ist. Eine robuste Führungskraft ist in allen vier Kompetenzfeldern ein Profi.

Robustheit: Weder alles abgeben noch alles an sich reißen

Robuste Führung bedeutet NICHT alles an sich zu reißen. Robuste Führung macht sich die „Schwarmintelligenz“ zu Nutze, gibt ab, dirigiert, lenkt, hört zu, diskutiert, etc. Synergie und Irrtumsausgleich durch Arbeit im Team sind in einer VUCA-Welt fast unerlässlich, ein „Einzelkämpfer“ wird sich mit dem Gesamtüberblick schwer tun. Robuste Führung heißt aber auch NICHT, dass die „anderen“ das Schiff schon lenken werden. An dieser Stelle steht Robustheit dafür, dass die Führungskraft die Richtung vorgibt, für Ziele sorgt, Entscheidungen trifft, die Menschen um sich herum fördert und entwickelt und, ja, auch kontrolliert.

Robuste Führung nutzt Elemente „klassischer“ Führung und Elemente agiler Führung. Das ist zwar nicht wahnsinnig „trendy“, sichert aber die Zukunft von Organisationen in Zeiten des Wandels. Der Produktionsleiter aus dem Fall von vor ein paar Tagen wird seine Rolle als Führungskraft vielleicht zu „klassisch“ gesehen haben und scheitert damit an den Anforderungen, die an seinen Verantwortungsbereich und sein Unternehmen gestellt werden. Robustheit würde hier bedeuten, dass die Einbindung seines Teams einen drohenden Burnout verhindern kann.

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